Mitfiebern mit unseren Sportlern aus psychologischer Sicht
Aus psychologischer Sicht erfüllt unser Mitfiebern mit Sportlern oder einer Mannschaft weit mehr als nur den Zweck der Unterhaltung. Es spricht mehrere grundlegende unserer menschlichen Bedürfnisse an. Wir suchen Zugehörigkeit und Identität und dies definieren wir oft über Gruppen. Wenn wir sagen „Wir haben gewonnen“, obwohl wir selbst nicht gespielt haben, zeigt das, wie stark wir uns mit einem Team identifizieren. Dieses Gemeinschaftsgefühl stärkt natürlich unser soziales Wohlbefinden. Emotionale Erlebnisse brauchen wir auch und der Sport bietet uns intensive Gefühle, wir Freude, Hoffnung, Spannung, Enttäuschung und Stolz. Solche Emotionen können definitiv unseren Alltag bereichern und auch für Abwechslung sorgen. Auch zum Stressabbau und zur Ablenkung nutzen wir das Verfolgen eines spannenden Wettkampfs. Es kann uns helfen, den Kopf von unseren eigenen Sorgen freizubekommen. Die Konzentration auf das Spiel wirkt für viele von uns entspannend, auch wenn der Puls dabei steigt. Wir sehen natürlich Vorbilder auf dem Platz und die Motivation bleibt nicht aus. Erfolgreiche Sportler können uns inspirieren. Ihre Disziplin, ihr Durchhaltevermögen und ihr Umgang mit Niederlagen motiviert viele von uns, unsere eigenen Ziele konsequenter zu verfolgen. Auch an die gemeinsamen Erlebnisse sollten wir denken. Ob wir im Stadion sind, vor dem Fernseher sitzen oder im Freundeskreis sind, das gemeinsame Mitfiebern stärkt unsere sozialen Beziehungen. Gemeinsame Emotionen fördern nachweislich unser Gefühl der Verbundenheit. Wir können sogar unser Selbstwertgefühl stärken. Wenn unser Team gewinnt, kann sich dies vorübergehend positiv auf unser Selbstwertgefühl auswirken. Psychologen sprechen davon, dass wir uns im Glanz des Erfolgs anderer sonnen. Der Sport macht uns auch sichtbar, dass Rückschläge zum Erfolg dazugehören. Wir Fans erleben mit, wie die Athleten Niederlagen verarbeiten und wieder aufstehen, dies kann unseren eigenen Umgang mit Misserfolgen positiv beeinflussen. Wird unsere Identifikation mit einem Team zu stark, können Niederlagen leider unsere Stimmung erheblich beeinträchtigen. Zu den Nachteilen gehört, dass unser übersteigerter Fanatismus, Aggressionen gegenüber anderen Fans oder die Vernachlässigung unserer eigenen Interessen problematisch werden können. Insgesamt zeigt die psychologische Forschung, dass Mitfiebern mit unserer Mannschaft in einem gesunden Maß, unsere Bedürfnis nach Gemeinschaft, Spannung und emotionalen Erlebnissen erfüllt und deshalb für viele von uns eine positive Wirkung auf unser Wohlbefinden haben kann. Entscheidend ist, dass der Sport unser Leben bereichert und nicht bestimmt.