Das Impostor-Syndrom
Wenn jemanden von uns am Impostor-Syndrom oder auch Hochstapler-Syndrom, oder auch Impostor-Phänomen genannt, leidet, beschreibt er das Gefühl, seinen eigenen Erfolg nicht verdient zu haben, obwohl es objektive Belege für seine eigenen Fähigkeiten gibt. Betroffene haben oft das Gefühl, sie würden andere täuschen und könnten jederzeit als „nicht kompetent genug” entlarvt werden. Typische Gedanken sind dann, „Ich hatte einfach nur Glück.“ oder „Ich habe die anderen irgendwie getäuscht., auch „Bald merken alle, dass ich gar nicht so gut bin.“ und ebenso „Andere sind viel kompetenter als ich.“ Diejenigen spielen ihre eigenen Erfolge herunter oder schreiben sie äußeren Umständen zu. Fehler oder kleine Schwächen werden natürlich überbewertet. Sie haben hohe Selbstzweifel trotz guter Leistungen. Wir finden bei ihnen auch oft Perfektionismus oder übermäßiges Arbeiten, um vermeintliche Defizite auszugleichen. Natürlich gehört auch die Angst vor neuen Herausforderungen dazu, aus Sorge den Erwartungen nicht gerecht zu werden. Das Impostor-Syndrom kann Menschen jeden Alters und Berufs betreffen. Es kommt häufig bei Studierenden, Berufseinsteigern, Führungskräften und denjenigen von uns mit hohen Leistungsansprüchen vor. Studien hierzu deuten darauf hin, dass viele von uns im Laufe ihres Lebens solche Gefühle zumindest zeitweise erleben. Das Impostor-Syndrom ist keine eigenständige psychische Diagnose. Es kann jedoch mit Angst, Stress, geringem Selbstwertgefühl oder Perfektionismus zusammenhängen. Wenn die Gefühle der Betroffenen sehr belastend werden und den Alltag oder Beruf stark beeinträchtigen, kann ein Gespräch mit einer psychologischen Fachkraft natürlich sehr hilfreich sein. Es kann uns als betroffenen helfen, dass wir uns bewusst machen, dass viele erfolgreiche Menschen ähnliche Gedanken kennen. Wir können unsere Erfolge dokumentieren und positives Feedback oder erreichte Ziele aufschreiben. Wir dürfen unsere Gedanken hinterfragen, gibt es objektive Belege für unsere Selbstzweifel? Offen mit uns vertrauten Personen sprechen kann hilfreich sein, denn oft zeigt sich, dass andere ähnliche Erfahrungen machen. Wir sollten lernen, eventuelle Fehler als normalen Teil unseres Lernprozesses zu akzeptieren. Beim Impostor-Syndrom geht es nicht darum, tatsächlich unfähig zu sein, sondern darum, dass wir als Betroffene uns trotz nachweisbarer Kompetenz dauerhaft als nicht gut genug fühlen.