Sich näher kommen
Sich näher kommen beschränkt sich natürlich nicht nur auf Liebesbeziehungen. Eigentlich auf jede Distanz, ob emotional, sozial, geistig oder sogar körperlich, die kleiner wird. Wir kommen uns in Freundschaften, durch gemeinsame Erlebnisse, durch Vertrauen und das Teilen unserer persönlichen Gedanken näher. Auch in unseren Familien, da wir miteinander durch Krisen, durch Versöhnungen, durch unsere gemeinsame Verantwortungen oder auch durch das Kennenlernen neuer Seiten voneinander gehen. Selbstverständlich auch im Beruf, wenn wir mit unseren Kollegen gemeinsam Probleme lösen, Erfolge feiern oder uns gegenseitig unterstützen. In allen Teams und Gemeinschaften denen wir angehören, etwa im Sport, in Vereinen oder bei Projekten, weil uns ein gemeinsames Ziel verbindet. Auch das Näherkommen in unseren Kulturen und unserer Gesellschaften gehört dazu, hier durch unseren Austausch, unsere Reisen, unsere Bildung und möglichst auch durch Zusammenarbeit. Zwischen Generationen ist es wichtig, das jüngere und ältere Menschen möglichst ihre Perspektiven teilen und Vorurteile abbauen. Auch zu uns selbst, was wir leider oft übersehenen. Durch Reflexion, durch Therapie oder Coaching, durch Meditationen oder Erfahrungen können wir uns und damit unseren eigenen Bedürfnissen, unseren Gefühlen und Werten näher kommen. Warum kommen wir uns eigentlich näher? Weil wir soziale Wesen sind und Nähe für uns verschiedene Bedürfnisse erfüllt. Denn wir suchen Zugehörigkeit und Verbundenheit, sowie Sicherheit und Vertrauen, auch Verständnis und Anerkennung und natürlich auch gemeinsame Entwicklungen. Meiner Meinung nach entsteht Nähe oft nicht dadurch, dass wir perfekt zueinander passen, sondern dadurch, dass wir etwas Echtes miteinander teilen. Ob wir Zeit, Erfahrungen, Verletzlichkeit, Herausforderungen oder Begeisterung teilen, spielt dabei natürlich keine Rolle. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, wir kommen uns überall dort näher, wo wir aufhören, nur Rollen zu spielen, sondern überall dort wo wir uns echt begegnen, und beginnen, uns wirklich wahrzunehmen.